Gutedel Geschichte
Gutedel - etwas Besseres konnte dem Markgräfler nicht passieren!!!
Kennen Sie seine Geschichte?
Der Ursprung unseres Gutedel soll im Jordan-Tal Palästinas liegen. Doch unsere Vorfahren konnten die Bedeutung dieser Rebsorte noch nicht erahnen. Vor 5.000 Jahren befanden sie sich gerade auf einem Selbstfindungstrip in der Wüste Ägyptens. Sie schleppten sich halb verdurstet durch den heißen Wüstensand, als plötzlich vor Ihnen die paradiesisch fruchtbare Großoase El Fayum (70 km südwestlich von Kairo gelegen) auftauchte. Die Bewohner im Land der Rosen und des Weines erfrischten die halb Verdursteten mit einem Wein, der im Glas glänzte wie die Sterne in 1000 & 1er Nacht.
Die erfrischende Leichtigkeit dieses Weines sprach sich schnell herum. Die Phönizier (Seefahrer und Fernhändler) entdeckten sofort die Absatzmöglichkeiten für diesen frischen Wein. Na klar! Sie waren ja vielleicht auch die Vorfahren unserer tüchtigen Schwaben! Auf dem Seeweg brachten Sie die Rebstöcke über das nordafrikanische Karthago bis im Jahre 1101 v. Chr. nach Gadir (heute Cadiz), Spanien. Und von hier aus weiter bis an die Pyrenäen. 601 v. Chr. gründeten die Griechen Marseille als wichtigen Umschlagsplatz für den Handel Rhône aufwärts.
Von den Griechen übernahmen die Römer einen bereits hochentwickelten Weinbau und breiteten ihn im römischen Imperium aus. Die Römer feierten oft bis in die Morgenstunden mit opulentem Essen und feinem Gutedel. Am Morgen danach stiegen sie mit Schwung und Elan aus ihren Lagern. Auf ihrer Tour durch Gallien beobachteten Asterix und Obelix wie die Römer am Morgen nach ihren Zechabenden wieder mit Leichtigkeit ihre Aufgaben bewältigten. Sie hielten dieses rätselhafte Getränk für einen Zaubertrank und packten kurzerhand einige Rebstöcke in Ihren Rucksack. Auf ihrem Heimweg ins nördliche Gallien spürte Obelix plötzlich eine Wildschweinfährte auf. Hals über Kopf stürzte er in den Wald und verlor dabei die wertvollen Weinreben aus seinem Rucksack.
Nicht weit davon entfernt war gerade ein kleiner Bauer auf seinem Heimweg nach Chasselas im Burgund. Er hatte in Macón einige Erledigungen zu tätigen und dabei den Blumenstrauß für seine geliebte Frau vergessen. Doch da fand er am Wegesrand seltsame Pflanzen liegen. Er schenkte diese seiner Frau und pflanzte sie in den Garten. Die Rebstöcke trugen nach einiger Zeit große süße Trauben mit einer zarten Beerenhaut. Alle Bewohner des Dorfes erfreuten sich an diesen wunderbaren Früchten und bauten die Rebstöcke auf großen Flächen an.
Viele Jahre später besuchte Wilhelm Tell seinen Schwager im Burgund. Er entdeckte die großen, knackigen Gutedelbeeren für seine Schießübungen. Aus diesem Grund nahm er einige Rebstöcke mit in die Schweiz. Doch die Bürger von Vevey entdeckten auch den leichten, süffigen Wein aus den Gutedeltrauben und bepflanzten die steilen Hänge am Genfer See.
Markgraf Karl Friedrich von Baden lernte den Gutedel während seiner Studienzeit auf der Ritterakademie in Lausanne schätzen. Dieser Wein fügte sich bei verschiedenen Menü als eleganter Begleiter zu einfachen oder erlesenen Speisen bestens ein. Von seiner Zeit in der Schweiz konnte er keinen einzigen Cent Schwarzgeld mit nach Baden bringen, hatte aber etwas viel Wertvolleres in seinem Gepäck - den Gutedel. Da zu jener Zeit die Politiker noch richtig gute Entscheidungen treffen konnten, sorgte er um 1780 für den großflächigen Anbau des Gutedels in Baden.
In den fruchtbaren Lehmböden der oberen Markgrafschaft gedeiht der Gutedel vorzüglich. Die heißen und trockenen Tage im Hochsommer mit kühlen Nächten betonen seine Frische und Fruchtigkeit. Hier hat er seine Heimat gefunden, denn wir Badener lieben das Leben, das gute Essen und den Gutedel!
Viel Spaß beim Genießen wünscht Ihnen
Weingut Krebs
Als Quelle dieser Geschichte diente von der Gesellschaft für Geschichte des Weines e.V. "Der Gutedel und seine Weine" Einige Ausführungen wurden von der Verfasserin (Margrit Krebs) frei erfunden.
